18 | 02 | 2018

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Fronleichnam, 19.06.14

Nach dem verregneten Fronleichnamstag im Vorjahr konnte die Prozession - alias "Birken-Rallye" - heuer wieder bei sonnigen Bedingungen durchgeführt werden. Der Musikverein Eferding konnte sich wie erwartet im Qualifying durchsetzen und startete aus der ersten Reihe. Das Ziel war klar: Die Bestzeit von 1:26:32 (h:mm:ss) aus dem Jahr 2009 muss fallen.

Der Start verlief mit gemischten Gefühlen. Zum einen zog der Rennstall "Kirchenchor" kurzfristig seine Teilnahme an der Rallye zurück, da die Crew derzeit ohne Teamchef ist. Sportdirektor Ernst Raab hat sich nach langjähriger Tätigkeit aus der Teamleitung zurückgezogen und ohne sein Know-How war es dem Dauer-Drittplatzierten aus den letzten Jahren nicht möglich am Rennen teilzunehmen. Nichtsdestotrotz brachte das dem Musikverein wertvolle Minuten, die die Weichen für eine neue Bestzeit stellen könnten. Zum anderen wurde durch eine geheime Reglementänderung die Startlinie 15 Meter nach hinten gelegt und die Strecke wurde somit länger.

Die Startaufstellung:

Reihe 1: Musikverein Eferding
Reihe 2: Feuerwehr GP
Reihe 3: Pfarrer Motors
Reihe 4: Goldhauben Racing Team
Reihe 5: Erstkommunion F1 Association
Reihe 6: Bevölkerung Rennstall

Der Musikverein Eferding erwischte einen guten Start. Die Feuerwehr bleibt als Verfolger dran und das Feld bleibt vorerst unverändert. In der Schaumburger-Schikane kam es zu keinen großeren Zwischenfällen. Der MVE erwischte die Kreuzmayr-Kurve mit ausgezeichnetem Speed und bog souverän auf dem 1. Gang (im Rennenglisch auch der "Prozessionsmarsch Nr. 1"-Gang genannt) in die Schmiedstraße ein. Gekonnt schaltete man auf den 2. Prozessionsmarsch und versuchte sich vom Feld abzusetzen.

Bei der Einfahrt zum Stadtplatz reduzierte der Musikverein geschickt das Tempo, um an die Box (Rennenglisch: "Der Altar") zu fahren. Die Feuerwehr nutzte diesen Moment und zog im letzten Moment vor der Boxengasse am Musikverein vorbei. Alle Rennteilnehmer arbeiteten vermutlich mit der gleichen Strategie und fuhren zielstrebig zum ersten Altar. Die Bevölkerung scheint große Setup-Probleme zu haben. Man ist abgeschlagen letzter, der Wagen ist offensichtlich zu groß, zu schwer und die Anzahl der Crewmitglieder lag beim Rennen weit über 300. Das verlangsamt die Rallye, was sich wohl auch auf die Zeiten der Topteams auswirken könnte.

Der erste Stopp war aus Sicht des Musikvereins ausgezeichnet und "Deinem Heiland" sei Dank konnte man das Feld schlagartig wieder hinter sich lassen. Mit dem 3. Gang raste man durch die Edinger-Schneise auf den Schiferplatz, ein Streckenabschnitt, der direkt nach dem zweiten Altar ein waghalsiges 180°-Wendemanöver erfordert. Und da kam es zum großen Showdown. Das Goldhauben Racing Team setzte kurz vor der scharfen Wendung zum Überholmanöver an und zog an der Feuerwehr vorbei. Diese reagierten Blitzschnell und behaupteten nach der Ausfahrt des zweiten Altares ihren 2. Rang.

Im folgenden Streckenabschnitt wurde erstmals auf den 4. Gang geschaltet und man erreichte den dritten Altar am Stadtplatz mit Topspeed. Die heißen Rennbedingungen forderten ihre ersten Opfer und einige Starter aus dem Musikverein-Fahrerlager mussten kurzfristig H2O nachtanken.

Der vorletzte Teil des fulminanten Rennens war angebrochen. Vom dritten Altar fuhr man wieder langsam auf dem 1. Gang an und erwischte so die Ideallinie in der S(parkassa)-Kurve. Im 2. Gang erreichte man nach einem Highspeed-Power-Drift um das "Zan-Eck" den letzten Altar bei der Kirche. Das Rennen verlief soweit optimal, als hätte ein "Großer Gott" seine Finger im Spiel. Kurz vor der Altarausfahrt bremste der Präsident von Pfarrer Motors, Erich Weichselbaumer, das Feld, um sich für das faire Rennen zu bedanken. Und diese Situation nutzte der Musikverein geschickt aus. Direkt nach Ende der Ansprache nahm man richtig Fahrt auf, winkte mit einem charmanten "Spielmannsgruß" zum Abschied und ließ sämtliche Verfolger hinter sich zurück.

Auf den letzten Metern wurde noch enorm beschleunigt und man überquerte die Ziellinie mit einer Traumzeit von 1:21:52 - Streckenrekord! Der Jubel war groß und man feierte diesen emotionalen Sieg im Rennzentrum "Pizzeria Renata". Für das nächste Jahr ist eine Verlängerung der Siegesserie geplant, sowie eine Verbesserung der historischen Rekordzeit.

(Bericht von Rainer Meindlhumer)