15 | 08 | 2018

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Von den Anfängen bis zur Jahrhundertwende

Im Jahr 1861 gründete der Landwirt Josef Aschauer (1822 – 1909; Flügelhornist) im Rahmen der Liedertafel (zur der auch ein Streichorchester gehörte) die Bürgermusikkapelle Eferding; die Kapellmeisterstelle übernahm der Grundbuchführer Alois Hödl (auch Chorleiter der Liedertafel). Bis zum Jahre 1923 rückte die Kapelle üblicherweise in Zivil aus, nur bei großen Festen und Veranstaltungen der Veteranen wurde die Veteranenuniform getragen.

1875 übernahm der Lebzelter Ignaz Vogl (1842-1908, Flügelhorn und Piccoloflöte) das Amt des Kapellmeisters. Aus dieser Zeit stammt auch der traditionelle Fronleichnamsweckruf. Die Bürgermusik zog „frühmorgens“ durch die Straßen, „um die Träumer zu wecken“ (Zeitungsnotiz aus 1899).

 

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1865

1895

 

Bis zum ersten Weltkrieg

 

1905 bis 1920 war Franz Vogl, der Sohn von Ignaz Vogl, Kapellmeister; zusätzlich hatte er von 1913 bis 1935 die Obmannstelle des Musikvereins inne. Im Jahr 1913 löste sich die Blaskapelle aus dem Verband der Liedertafel; am 28. Oktober 1913 wurden die Statuten des „Musikvereins Eferding“ von der k.k. Statthalterei genehmigt. Dem Kapellmeister (unter dem Titel „Musikdirektor“) unterstand sowohl die Blaskapelle als auch das Streichorchester.

Da während des ersten Weltkrieges die Stadtkapelle ihre Tätigkeit einstellen musste, wurden die Fronleichnamsfeste in den Jahren 1917 und 1918 durch eine Jugendkapelle (bestehend aus Blechbläser und Schlagzeugern unter der Leitung des Hrn. Grill, Lehrer in der Volksschule Rockersberg) musikalisch begleitet.

 

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Zwischenkriegszeit

 

1920 bis 1945 stand der Gemeindebeamte August Kubizek (der sich auch als Komponist einen Namen machte) der Kapelle als Leiter vor.

Im Jahr 1923 erhielt die Stadtkapelle Eferding ihre erste eigene Uniform, bestehend aus schwarzer Hose, schwarzem Rock und Schirmmütze, die in modifizierter Form noch heute verwendet wird.

 

NS-Stadtkapelle

 

Nach dem Anschluss an das Deutsche Reich im Jahr 1938 wurde das Streichorchester in ein „Kreissymphonieorchester Grieskirchen“ eingegliedert, unter der Leitung von

August Kubizek, der auch weiterhin Kapellmeister der „NS-Stadtkapelle Eferding“ blieb. Als 1945 August Kubizek aus politischen Gründen seine Funktion zur Verfügung stellte, war es vorerst mit den musikalischen Aktivitäten zu Ende.

 

Neubeginn 1945

 

Der Schmiedemeister Karl Aschauer begann als Kapellmeister die Musikkapelle wieder zu reaktivieren; Obmannstellvertreter Josef Dallinger kümmerte sich neben den organisatorischen Belangen als Musikschulleiter zudem noch um den Nachwuchs. Bis 1970 fand die Kapelle im Gasthaus „Hanslwirt“ unter bester Betreuung von Wirtin Lini Uttenthaller ihre Bleibe.


Nach der offiziellen Reaktivierung 1947 übernahm Josef Dallinger bis zu seinem frühen Tod 1955 die Obmannstelle; Kapellmeister Karl Aschauer stellte seine Funktion nach einer Kontroverse mit der Stadtgemeinde zur Verfügung. Sein Nachfolger wurde Rudolf Gintersdorfer, der bis 1964 Kapellmeister blieb.

 

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Die Ära Gintersdorfer

 

Unter Leitung des Kapellmeisters Gintersdorfer feierte der Musikverein große Erfolge, unter anderem ausgezeichnete Erfolge bei den Wertungsspielen der Oberstufe in Aschach (1951) und in Wels (1953) und schnitt auch beim Antreten in der Kunststufe (1954) sehr gut ab. Nach dem überraschenden Tod von Josef Dallinger im Jahr 1955 wurde Dr. Stefan Tull in einer Kampfabstimmung zum Obmann gewählt. Ihm folgte bereits ein Jahr später der Landwirt Franz Uttenthaler, der diese Funktion 1962 aus Altersgründen an den Leiter des Davidchores Wilhelm Pittrof übergab.

Nachwuchsmangel und das Ausscheiden namhafter Musiker führten zu einer musikalischen Krise, die neben personellen Unstimmigkeiten die Ursache für den Rücktritt des Kapellmeisters Ginterdorfer 1964 führte; mit ihm verließ auch Obmann Wilhelm Pittrof den Verein.

 

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Das Duo Hellmayr –Kriechbaum

 

Am 6. Jänner 1965 wurden der Gastwirt Karl Hellmayr zum Obmann und der Gendarmeriebeamte Karl Kriechbaum zum Kapellmeister bestellt. Diesem Führungsduo gelang es, die personellen Schwierigkeiten zu beseitigen und die Kapelle musikalisch rasch wieder auf ein solides Oberstufenniveau zu führen. Nach fast 20-jähriger Tätigkeit legten sowohl Obmann Hellmayr, als auch Kapellmeister Kriechbaum ihre Funktionen in jüngere Hände.


Der damalige Eferdinger Bürgermeister Dr. Hans Hochleitner übernahm 1984 die Obmannfunktion, der Landesbeamte Stefan Hartl die Funktion des Kapellmeisters. Bis zum Jahr 1985 gelang es in einem Gebäude der evangelischen Kirchengemeinde einen eigenen Proberaum zu schaffen. Unter der Leitung von Kapellmeister Hartl errang die Kapelle eine Auszeichnung bei der Marschwertung 1985 und weitere große Erfolge bei zahlreichen Wertungsspielen und Konzerten.


Nach dem Tod des Obmanns Dr. Hans Hochleitner übernahm interimistisch 1992 sein Stellvertreter Karl Kriechbaum diese Funktion bis 1993 Kulturstadtrat Egolf Richter an seine Stelle trat. Durch Obmann Richter gab es 1997 erste Kontakte zur Stadtgemeinde betreffend eines Probelokals im zu renovierendem Pfarrheim, das von der Stadtgemeinde angekauft wurde. Auf Grund erfolgreicher Gespräche konnte 2001 mit den Umbauarbeiten begonnen werden.

 


 

Jahrtausendwende bis 150-Jahre-Bestandsjubiläum 2011

 

Die Generalversammlung im Jahr 1999 brachte dem Musikverein einen großen Generationenwechsel: Die Funktion des Obmanns übernahm der Steuerberater Reinhard Mitter, Kapellmeister wurde Hermann Stadlmayr (zuvor Kapellmeister-Stellvertreter), zudem wurden vier Ausschussfunktionen in jüngere Hände gelegt. Kapellmeister Stadlmayr sieht als eine seiner wichtigsten Aufgaben die Heranziehung von Jugendlichen. So stoßen seit der Gründung des Jungendblasorchesters laufend junge Musiker zur Stadtkapelle, die trotz dieser Verjüngung ein beachtliches Niveau hält. Der Klangkörper hat somit auch unter der neuen Leitung Zukunft und wird seine Aufgaben im Dienste der Allgemeinheit auch weiterhin erfüllen können.

Mit großer Motivation bereitet sich der Musikverein Eferding auf das Jahr 2011 vor, bei dem der Verein sein 150-jähriges Bestandsjubiläum mit einem großem Fest feiert.